Hallo? Hallo! Hört mich denn keiner? Redet denn keiner mit mir? Hm, offenbar nicht. Dann kann ich mich ja ganz entspannt zurücklehnen und ein Selbstgespräch führen. Da widerspricht wenigstens keiner. Und ich muss nicht aufpassen, ob ich was Falsches sage oder nicht. Political correctness kann ja soooo anstrengend sein.


Euphorisch bin ich Mitte April 2009 in mein neues Blog-Leben gestartet. Anlaufschwierigkeiten hatte ich mental einkalkuliert. Auch, dass ich nicht mit einer Sturmflut an Kommentaren rechnen kann - mit etwas Anteilnahme aus meinem Umfeld allerdings schon. Ich schreibe nicht über bestimmte Fachthemen und verfasse auch keine politischen Analysen und ziehe somit schon mal kein Fachpublikum an. Ich tummele mich eher im Alltagsleben und gewähre wohldosierte Einblicke in mein Leben. Den Kreis der Interessenten sah ich deshalb eher im Freundes- und Bekanntenkreis - und in bescheidenem Rahmen darüber hinaus. Selbigem - recht umfangreichen - Kreis hatte ich per Email die Existenz meines Blogs bekanntgegeben. Auch die Möglichkeit, per Email (RSS-Feed) automatisch über neue Beiträge informiert zu werden, liess ich nicht unerwähnt.


Meine Motivation, ein Blog zu starten, habe ich in einem eigenen Blogartikel dargelegt. In diesem hatte ich zwei Aspekte vergessen zu erwähnen. Vielleicht hatte ich sie anfangs auch nur unterschätzt. Ich wollte meine Kommunikationskanäle erweitern (nicht die vorhandenen ersetzen!) und meine Leserschaft unterhalten. Alle zwei Tage was Erheiterndes und Unterhaltsames als willkommene Unterbrechung des Alltagseinerleis, in drei, vier Minuten gelesen und Fotos angeschaut. Kein großer zeitlicher Aufwand - zumindest nicht für die Leser.


Auf unseren Amiland-Blog vom Sommer 2007 hatten Stefan und ich viel positives Feedback aus dem Freundes- und Bekanntenkreis bekommen. Und auch einige Kommentare. Die Besucherzahlen waren sehr motivierend und haben den Spaß, den wir bei der durchaus zeitintensiven Erstellung - Texte schreiben, Fotos sinnvoll auswählen, bearbeiten und in den Kontext bringen dauert schon etwas länger als ein paar Minuten - noch potenziert. Einige der Leser waren begeistert und regten an, so ein Blog doch dauerhaft zu führen. Das tue ich nun. Und ernte wenig bis keine Resonanz in Form von Kommentaren und - Google Analytics ist da gnadenlos ehrlich - nach der Neugier in der Anfangszeit auch immer weniger Besucherzahlen auf meiner Seite. Ich gestatte mir einen kurzen Ausflug ins Jammertal: ganz ehrlich, es beginnt, mich zu frustrieren.


Liegt es an meiner Schreibe? Den Themen? Dem Zeitmangel? Der fehlenden Internet-Affinität? Dem mit Feiertagen und Urlaubsmöglichkeiten gespickten Wonnemonat Mai? Oder ist es schlicht Desinteresse: an Blogs generell oder an meinem speziell? Ich werde es nie erfahren. Es sei denn, man gewährt mir ein Feedback. Wenn dieser Beitrag denn gelesen wird ...


PS: Durch Markus bin ich auf eine interessante Diskussion zum Thema „Warum schreiben Sie keine Kommentare“ gestoßen. Wen es interessiert, der schaue hier.

Gähnende Leere

6. Juni 2009 19:45

 
 

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